«Die Schrecken der anderen» – Martina Clavadetscher liest aus ihrem neuen Roman
Ein Junge stösst beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis
und den Beginn einer sonderbaren Geschichte. Kern, ein schwerreicher
Erbe, kann nicht länger ignorieren, dass seine Augen
schwächer werden. Doch will er überhaupt klarsehen? Da ist
Kerns hundertjährige Mutter, die den grössten Teil des Tages
im Dachgeschoss der Villa im Bett liegt und doch mit brutaler
Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein
einsamer Archivar, der sich mitreissen lässt von Rosa, der Alten
aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären
Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat – weil sie
versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist.
Was als Krimi beginnt, endet als Gesellschaftskritik am erstarkten
Populismus in der Schweiz.